Ich mag unsere Wieken. Jheringsfehn ohne seine Wieken?
Geht nicht!

Die Wieken sind Zeugnisse der ursprünglichen Besiedelung unserer Gegend und das ist noch gar nicht so lange her. Sie verweisen auf die Geschichte der Fehnkultur mit der die meisten Orte die wie wir „…..fehn“ heißen, aus der Wildnis des Ostfriesischen Hochmoores entstanden sind.

Diese Wieken gilt es zu erhalten und ihr Fortbestehen zu sichern. Sie prägen das Ortsbildes, sie erfreuen Einheimische ebenso, wie Fremde, für Angler, Kinder, manchmal auch für Schlittschuhläufer bieten sie Betätigungsmöglichkeit.
Hier setzt für mich die Tätigkeit des Wiekenvereins ein.

Pflege und Unterhalt der Wieken ist Aufgabe der Gemeinde. Die Wieken sind öffentlicher Raum mit allem, was dazu gehört und haben eine wichtige Funktion bei der Wasserwirtschaft. Dabei haben Rechtsvorschriften, die selbstverständlich zwingend zu beachten sind, erhebliche Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der Wieken, insbesondere Vorschriften aus Natur-und Artenschutz.

Im Wechsel der Jahreszeiten bieten die Wieken nur selten das Bild eines sonnenbeschienenen Gewässers mit geraden Ufern, rasenartig gepflegten Böschungen, weißen Klappbrücken. Es sind vielmehr Gräben in denen mehr oder weniger tief Wasser steht und die oft weitgehend zugewuchert sind. Brücken und Geländer waren mal weiß. Kurz – das Ganze sieht oft nicht so toll aus. Das ist erst einmal ärgerlich und fordert dazu auf, sich damit auseinanderzusetzen: welches Bild einer Wieke hat man eigentlich selbst vor Augen, – blankgeputzt ?, mehr Natur? Voll „öko“ ?

Da ist es wenig hilfreich, wenn man über die Auswirkungen der praktischen Umsetzung von Bundesgesetzen ( denn das ist der Zustand, den wir sehen ), in Wallung gerät, und vielleicht noch allen Unmut auf die Gemeinde als ausführendes Organ ablädt. Damit ändert man nichts, verdirbt aber möglicherweise sich selbst und anderen die Freude an den Wieken . Letztlich erreicht man auch für den Bestand der Kanäle nichts , weil das Thema irgendwann allen zum Hals raushängt.
Daher : Wiekenverein !

Der „Wiekenverein e.V.“ setzt sich sachgerecht für die Interessen der Wieken ein, um seinen Beitrag bei der Erhaltung der Fehnlandschaft zu leisten.
Ich gehe davon aus, dass uns allen – den Anwohnern, der zuständigen Verwaltung, und der Lokalpolitik ganz ernsthaft am Erhalt unserer Wieken gelegen ist. Dabei bewegen wir uns alle im Rahmen der gesetzlichen Regelungen im Jahre 2018 so dass etwas ,was früher war, heute nicht mehr unbedingt Gültigkeit hat.
Um weiter zu kommen muss sich der Wiekenverein möglichst offen und möglichst neugierig um das Thema „ Wieken“ kümmern. Das bedeutet vielfach, sie besser kennen zu lernen und die Kenntnis

  • der geschichtlichen Hintergründe und damit der kulturellen Bedeutung der Fehne
  • der wasser –, bautechnischen Fragestellungen
  • des wuchernden Bewuchses der Böschungen aus Sicht des Artenschutzes
  • und weiterer derartiger Gesichtspunkte zu pflegen. Ohne Information und Kommunikation zu derartigen Themen kommen wir nicht weit und darin dürfte wohl eine wesentliche Aufgabe des Wiekenvereins liegen.

Das Verständnis der Zusammenhänge ist Voraussetzung für die Fragen, die uns weiterführen. Wenn man besser informiert ist, kann man z.B. eher verstehen,

  • warum machen „die“ das so bei den Pflegemassnahmen der Gemeinde an den Wieken? Oder,
  • was wächst da eigentlich so Schützenswertes ?

Und, man kommt sicherer zu praktikablen Ansatzpunkten für Verbesserungen, wie:

  • wo sind Spielräume bei Maßnahmen?
  • wie könnte man die entsprechenden Voraussetzungen zu Maßnahmen beeinflussen
  • wie kann ich das Eine tun, ohne das Andere zu lassen?

Denn wir wollen ja mitgestalten.

Außerdem: mit mehr Information sieht man viele Dinge mit anderen Augen , man entdeckt sie neu, direkt vor der Haustür, Toll!

Und, nicht zu vergessen, Bürgersinn und Spaß an der Sache.

Was können wir gemeinsam praktisch tun – oder unternehmen?, auch mal konkrete Maßnahmen planen, anpacken, sich treffen, – nicht nur zum Meckern.

Doch, unser „ Wiekenverein“ wird eine sehr nützliche wirkungsvolle Sache werden. Wie gesagt: ich mag unsere Wieken. Jheringsfehn ohne seine Wieken? Geht nicht!

Autor: Jochen Pfaff